Familienarbeit sichtbar machen – Kinderreiche Familien fordern politische Anerkennung und echte Wahlfreiheit
Mit streitbarem Unverständis reagiert der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) auf die jüngsten Entscheidungen der Bayerischen Staatsregierung, das geplante und lange angekündigte Familiengeld abrupt doch nicht einzuführen und die Förderung stärker auf den frühkindlichen außerhäuslichen Betreuungsbereich zu konzentrieren.
„Das Familienland Bayern wird damit faktisch zum Kitaland“, so der Landesvorsitzende Florian Brich. „Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen, werden schlichtweg im Stich gelassen. Die freie Entscheidung der Familien, wie sie Betreuung und Erziehung ihrer Kinder gestalten, wird durch diese Politik weiter eingeschränkt. Der Leitspruch: ‚Familien sollen selbst entscheiden‘ – der war einmal.“
Die Bundesvorsitzende Dr. Elisabeth Müller beschreibt die Stimmung vieler Eltern: „Außer Frage steht, dass die Familien dankbar für Investitionen in Bildung sind; und gleichzeitig sind sie massiv enttäuscht und traurig, dass ihre Arbeit und ihre Investition in die Bildung ihrer Familien keine Wertschätzung erfahren. Nur die Bildung außerhalb des eigenen Hauses scheint anerkannt und förderwürdig zu sein.“
Das Signal, das von dieser Entscheidung ausgeht, sei gerade in einer Gesellschaft mit sinkenden Geburtenzahlen und wachsender Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt fatal „Wenn Eltern, die sich bewusst für eine intensive Begleitung ihrer Kinder in den ersten Lebensjahren entscheiden, finanziell benachteiligt werden, sendet das eine klare Botschaft: Nur wer seine Kinder nicht allein betreut, wird unterstützt“, so Brich.
Ja, das Familiengeld war eine freiwillige Leistung des Freistaats Bayern. Die nun vollständige Etatumschichtung in die Kita-Finanzierung wird von der bayerischen Familienministerin als „wuchtiges Signal“ für Familien bezeichnet; allein: Es ist das falsche! Statt Familien zu stärken, die Verantwortung selbst übernehmen wollen, werden sie jetzt vor finanzielle und organisatorische Unsicherheiten gestellt.
Der KRFD appelliert an die bayrische Staatsregierung, kurzfristig Lösungen für alle Eltern, die 2025 ein Kind bekommen haben oder noch bekommen werden, zu finden: „Viele von ihnen haben ihre Elternzeiten und Elterngeldplanungen auf die bestehenden Regelungen abgestimmt und werden nun schlicht fallengelassen. Das ist enttäuschend, unfair und verantwortungslos gegenüber Familien, die auf die Zusagen der Politik vertraut haben“, betont die Vorsitzende. „Von einem Familienland kann erst dann die Rede sein, wenn alle Familienformen und Erziehungsentscheidungen Wertschätzung erfahren; nicht nur die, die in politische Förderlogiken passen. Diese erneute Zurücksetzung gerade auch kinderreicher Familien zerstört das Vertrauen in die Staatsregierung“, so Brich.