Aktuelles

Kinderreich meets Digital: Tipps für den Medienumgang

von Florian Brich

Viele Kinder, viele Geräte. Wie lassen sich Smartphone & Co. sinnvoll verwenden?

Moderne Medien wie Smartphone, Tablet oder PC sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das gilt natürlich auch für Familien mit vielen Kindern, in denen in der Regel entsprechend mehr Geräte vorhanden sind und wo eine altersgerechte Begleitung für jedes einzelne Kind viel Zeit kosten kann. Wir haben hier einige wertvolle Tipps für Sie zusammengetragen.

Für die nachstehenden Empfehlungen und Links haben wir auf Vorträge zurückgegriffen, die im Rahmen des KRFD Familienkongress 2019 in Düsseldorf gehalten wurden. Als Referenten hatten dort Till Steinmaier von der Deutschen Technikberatung und Chris Wojzechowski von der Aware 7 GmbH über Möglichkeiten zum Medienumgang in kinderreichen Familien gesprochen.

Vorab sei noch darauf hingewiesen, dass wir hier nur einige Ausschnitte aus den Bereichen „digitaler Kinderschutz“, „Daten-/Persönlichkeitsschutz“ sowie „Hilfsprogramme“ beleuchten können. Wichtig ist am Ende, dass jede Familie mit ihren Kindern ihre eigenen Lösungen findet, bspw. bezogen auf Klingeltoneinstellungen oder Tischregeln. Und eine App, mit der sich das Toben jüngerer Geschwister, wenn die älteren noch länger im Netz bleiben dürfen, dämpfen ließe, ist bisher auch noch nicht verfügbar…

Hardware- / Netzeinstellungen
Die Debatte, wer wie lange im Netz surfen darf, ist bei vielen Kindern schon anstrengend genug. Bei der Umsetzung helfen bspw. eine entsprechende, gerätebezogene Routereinstellung (Festnetz) oder kostenlose Apps (bspw. Google Family Link / ESET Parental Control, iOS-systemseitig), mit denen sich Verfügbarkeitszeiten einstellen oder App-Downloads an eine elterliche Genehmigung knüpfen lassen.

Datenschutzeinstellungen / Sicheres Surfen
Wichtig ist, dass die eigenen Kinder ein Verantwortungsgefühl für die Sicherheit ihrer eigenen Daten entwickeln. Hierbei kommt den Eltern eine Vorbildrolle zu. Erkunden Sie bspw. gemeinsam mit Ihren Kindern die Privatsphäreneinstellungen auf Facebook oder die Möglichkeiten Ihre Suchmaschine zu personalisieren. Und wem die Anpassung der Sucheinstellungen (bspw. bei Google) nicht genügt, lässt seine Jüngsten am besten über eine eigens für Kinder entwickelte Suchmaschine in die Netzwelt. (Beispiele: FragFINN oder Blinde Kuh)

Passwörter / Netzsicherheit
Mehr als „Hallo“ oder „1234“ sollte es beim Paßwort schon sein. Ein (Master-)passwort mit einer zufälligen Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen für jeden Service ist Standard – Anhängsel wie @fb, @gog, @tw helfen bei der Zuordnung und ein Passwortsafe (wie bspw. der kostenlose KeePass) für den schnellen Zugriff. Auch hier geht es mehr ums Gespür als um die konkrete Lösung. So sollte jede Jugendliche beim Eintritt in die Social-Media-Welt auch Grundkenntnisse für die Einrichtung eines Fake-Profils erlernen – das kann auch richtig Spaß machen. Beispielsweise wenn Sie mit Hilfe künstlicher Intelligenz das einmalige Foto einer nichtexistenten Person herbeizaubern (ua. mit This Person Does Not Exist).

Ebenfalls sollten spätestens Jugendliche mit den Grundlagen der Cyber-Eigensicherung vertraut gemacht werden. Das reicht vom Abkleben von Kameras über die Deaktivierung von Ortungsdiensten bis hin zu Basisinformationen zum Status der eigenen E-Mail (bspw. über Have I been Pwned).

Abschließend bleibt festzustellen, dass immer neue Geräte, Bandbreiten und Apps auch immer neue Überlegungen innerhalb einer kinderreichen Familie erfordern. Beispielsweise sind die Zeiten, in denen ein Rechner bspw. als allgemeines Internet-Terminal in einem für alle Kinder zugänglichen Wohnraum eingerichtet werden konnte, mit der Allgegenwart von Smartphones nun vorbei.
Hilfreich ist und bleibt, dass in der Familie über neue Medien gesprochen wird, gerne auch unterstützt von einer familieneigenen Whatsapp-Gruppe. Und gerade bei jüngeren Kindern kann der folgende Kniff helfen: Lassen Sie sich doch einfach einmal von diesen erklären, wie das Internet funktioniert.     

Unser Verband bietet auch eine kostenlose Medienberatung an – Mehr erfahren Sie hier.

Noch kein Mitglied im Verband kinderreicher Familien? Wir erheben nur freiwillige Mitgliedsbeiträge und jede Familie, die mitmacht, stärkt uns! Mehr Informationen finden Sie hier.

Zurück